Entwicklung und Zukunft der Funknavigation (2012)


Zukunft

 der

 FUNKNAVIGATION

Stand 2012

Man mag als konventioneller Yacht-Navigator kein gutes Gefühl haben, wenn die Navigation vom Zirkel plus Kartendreieck immer mehr in die Elektronik verlagert wird. Trotzdem - unbewußt vertrauen wir unser höchstes Gut, nämlich unser Leben, zu hundert Prozent auf die Elektronik. Nämlich immer dann, wenn wir mit einem Verkehrsflugzeug unterwegs sind. Und das geht nun schon seit einem halben Jahrhundert so, ohne, dass es uns besonders aufgeregt hätte.

Allerdings sind Sorgen um unsere Sicherheit in diesem Falle unbegründet, denn wenn vorne im Cockpit beim Landeanflug das Gps ausfallen würde, stünde immer noch ein weiteres - ebenfalls elektronisches gps-unabhängiges System - in Sekundenschnelle zur Verfügung. Man spricht hier von Redundanz. Und die sollte man auch in der Seefahrt ebenfalls verlangen, auch wenn es hier, anders als beim Fliegen, sicher nicht um notwendige Entscheidungen in Sekundenschnelle geht. Im Moment steht aber, jedenfalls in Europa, praktisch neben GPS kein zweites elektronisches Navigationssystem zur Verfügung, sodass auf ein anderes Navigationssystem zurückgegriffen werden muß. Das kann bei vor allem bei Hochseetörns nur die Astronomische Navigation sein. Immer noch!

Dass heute das GPS von den Betreibern (USA) auch nur zeitweise abgeschaltet oder manipuliert wird (was technisch durchaus möglich wäre) ist äußerst unwahrscheinlich, da weltweit zuviele Dienste sm GPS hängen. Man denke nur an das ganz normale Navi im Auto. Allerdings sind Störungen durch erhöhte Sonnenflecken-Aktivitäten oder durch Terroristen jederzeit möglich - siehe hier. Immerhin könnte damit das GPS im Bereich von ganzen Meerengen oder auch der Adria unbrauchbar gemacht werden. Letztlich bleibt die Frage: Wann steht uns ein zweites zuverlässiges und weltweit nutzbares elektronisches Navigationssystem als Redundanz zur Verfügung? Erst dann hätte die konventionelle Navigation mit Zirkel und Sextant endgültig ausgedient.

Dipl.-Ing.Uwe Petersen, Freier Sachverständiger (BVFS) zu Fragen der Navigation, vormals Mitarbeiter im BSH, ist ein Fachmann von hohen Graden. Uwe Petersen hat zu den Entwicklungen der Funknavigation in der Seefahrt auf dieser Webseite schon 2008 exklusiv ausführlich Stellung genommen und hat den Artikel 2009 als "Entwicklung der Funknavigation (2009)" - siehe hier  -fortgeschrieben. Seine aktuellsten Ausführungen mit wichtigen Änderungen - Stand 2012 - kann hier als PDF-Datei hier nachgelesen oder/und runtergeladen werden.

Wenn Fragen bleiben: Dipl.-Ing.Uwe Petersen Tel: +49 (0)40 84 05 67 40 - Fax: +49 (0)40 84 05 67 41).

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