Trick-Siebzehn an Bord (17)


Statt schrubben - strahlern
gesehen bei Karlheinz - SY IRKA

Wenn ein Decksbelag sehr rutschfest, griffig, ist, kann man davon ausgehen, dass er auch ein hervorragender Schmutzfänger ist. Ist das Schiff nagelneu, machts ja noch Spaß mit dem Schrubber ranzugehen, um ein blendend weißes Deck zu haben. Ist aber eine Yacht im harten Einsatz, möchte man im Hafen möglichst seine Ruhe haben vor Arbeiten, die nur dem Aussehen der Yacht dienlich sind. Schlimm genug, dass man ohnehin genügend ausgelastet ist mit technischen Reparaturen.

Da ist man um einen elektrischen Helfer froh, der einem die Arbeit fast ganz abnimmt oder jedenfalls die Arbeitszeit fürs Deckwaschen erheblich reduziert, geschätzt immerhin um neunzig Prozent. Zumal der "Kärcher", ein Druckstrahler im Sonderangebot im Baumarkt nicht viel  mehr als ein großer Block auf einer 13-Meter-Yacht kostet, nämlich runde 150 Euro. Klar, auf Grund seines Gewichts von ca 15 Kilo und seiner Größe findet so ein Druckstrahler erst auf Yachten über 11 oder 12 Meter sein Einsatzgebiet. Dort aber ist die Leistung eindrucksvoll.

Die THALASSA lag immerhin 5 Monate auf einem Fleck in einer Marina im feuchten Port Phaeton. Die angrenzende Werft und vor allem die Regenzeit hatten deutliche Spuren auf der THALASSA hinterlassen. Das ehemals weiße Decke hatte nun einen Stich ins Graugrüne, die Leinen ähnelten Lianen und aus dem klappbaren Beiboot sprießte ein zartes Pflänzchen. Recht romantisch, doch nicht gerade seemännisch. Der Yacht mit der riesigen Decksfläche wieder ein einigermaßen maritimes Aussehen zu verpassen dauerte mit dem Druckstrahler gerade mal eben vier Stunden. Und es war eigentlich keine richtige Arbeit. Mehr ein Übers-Deck-Spazieren.

Je nach Düse lässt sich der scharfe Strahl (er kann schon eine Leine zerfetzen, die bloßen Füße erst recht) örtlich sehr präzise einsetzen, sodass man zum Beispiel den Fensterdichtungen schon recht nahe kommen kann. Denn direkt draufgehalten würde er sie zerstören. Das Ganze funktioniert auch bei hartnäckigem Schmutz (gegen Rosttränen kommt der Strahler allerdings nicht an!). Und ohne jede Chemie! Wer es möchte, könnte freilich auch einen Seifenzusatz oder auch ein Konservierungsmittel gleich mitaufsprühen. Dass der Wasserverbrauch erheblich höher ist, wenn man mit dem gewöhnlichen Wasserdruck aus dem Schlauch arbeitet, sei nur am Rande vermerkt. Der Stromverbrauch liegt bei 2000 Watt, was unser Inverter aus der Bordbatterie gerade so eben, und zur Not, auch schaffen würde. 

In Afrika und Westindien hatten wir für diesen  2-Tages-Job (normalerweise) örtliche Helfer angeheuert, die trotz der niedrigen lokalen Löhne den Anschaffungspreis für den Strahler aufwogen. So hat sich der "Kärcher" nach einem Einsatz schon bezahlt gemacht. Er hat nur einen Nachteil: Eigentlich dürfte man ihn nämlich nur nachts einsetzen, um zu vermeiden, ihn anschließend an sämtliche Marina-Nachbarn ausleihen zu müssen.

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