Trick-Siebzehn an Bord (7)


die ewige Frage: Wieviel Kette ist schon draußen?

gesehen auf der französischen Fahrtenyacht ANACRUSE

Wer hat im Segelkurs nicht die Frage gelernt: "Wieviel Kette stecken Sie auf vier Meter fünfzig Ankergrund"? Und die falsche Antwort dazu: "Dreifache Wassertiefe"?

Tatsächlich ist es richtig, sich bei der Wahl der Kettenlänge nach einer Reihe von Faktoren zu richten, nämlich Wassertiefe, Wind, Schwell, Grundbeschaffenheit, Schwojkreisgröße und so fort. Doch was hilft es, wenn der Rudergänger nach sorgfältiger Abwägung dieser Fragen gar nicht weiß, wieviel Kette draußen ist. Denn häufig herrscht nach dem Kommando: "Lass fallen Anker" große Ratlosigkeit, wenn die Kette anfängt auszurauschen. Dazu sollte man ja den Anker mit der Maschine reinfahren, die Kette nicht auf einen Haufen schmeissen. Dazu muß man wissen, wann der Anker den Grund erreicht hat (Vergleich: Echolot gegen Kettenlänge).

Die besten Ankerwinden haben eine Anzeige der abgelaufenen Kettenlänge. Oder "Künstler" basteln sich mit einem Fahrradtacho eine Anzeige. Wenn nicht, dann muss die Kette farbig gekennzeichnet sein - und der Mann vorne am Anker, der ja nicht unbedingt zur Stammmannschaft des Yacht gehören muss, sollte die Kennzeichnungen erkennen können. Auf dieser Yacht befindet sich die "Zeichenerklärung" unter dem Deckel für die Ankerlast - einfach und zweckmäßig. Dabei ist es gleichgültig, ob man die Meinung vertritt, die Farben hätten sich nach einem althergebrachten Code zu richten oder man wählt die Kennzeichnung danach aus, was man eben für Farben überhaupt zur Verfügung hat.

Man kann die Kette mit Bändsel, Lederschleifen oder ähnlichem kennzeichnen. Allen diesen Methoden ist gemeinsam, dass Sie nicht lange halten. Die Kettennuss zerstört üblicherweise schon nach kurzer Zeit Bändselzeugs, was außerdem den Nachteil hat, dass man schon "schnell" schauen muß, wenn man es beim Ausrauschen der Kette erkennen will. Auch Farben, seien sie noch so liebevoll zu Saisonbeginn gemalt, bleiben nicht lange auf der Kette, jedenfalls nicht deutlich sichtbar. Mag die Haftung auf verzinkten Ketten noch einigermaßen erträglich sein, so hat man bei den modernen Niro-Ketten kaum Chancen auf längere Haftung. Hier zeichnet sich eine patente Lösung ab. Auf der THALASSA wurde die WASI-Nirokette mit flexiblen Kunststoffeinsätzen (siehe Katalog von A.W.Niemeyer) ausgestattet, wobei der eigentliche "Einbau" nur wenige Minuten mit dem Schraubenzieher gedauert hat. Bis jetzt ist bei mehreren Ankermanövern mit dem elektrischen Spill keiner der Einsätze verlorengegangen. Scheint also zu halten. Ich hab die Ankerkette mit folgenden Farben, entsprechend den erhältlichen, gekennzeichnet: Weiß- Blau - Grün - Gelb -Rot!

Die exakte Gesamtlänge der Kette hab ich übrigens mittels den Umdrehungen der Kettennuss ermittelt. Die Farb-Reihenfolge werde ich unter den Ankerkasten-Deckel schreiben - für Badegäste. Für mich reicht eine Eselsbrücke: "Bayern - Verkehrsampel (bei Rot stopp!)" 

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