Trick-Siebzehn an Bord (3)


Diesel ohne Schweinerei aus dem Kanister tanken

mitgeteilt von Charly, SY VELELA

Wer hat nicht schon bei der vermeintlich leichten Arbeit des Tankens aus Kanistern geflucht, weil anschließend das Deck versaut war und die Finger tagelang nach Diesel stanken. Ganz schlimm ist es, wenn - auf Langfahrten üblich - Ersatzdiesel in Kanistern an Deck gefahren werden und unterwegs dann nachgeschenkt werden soll. Kein Trichter ist groß genug, auch bei Flaute, um den eingegossenen, besser gesagt den "eingespritzten" Diesel brav und vollständig in den Tankeinlass zu leiten.

Kein Problem, denken die erfahreneren Blauwassersegler, wozu hab ich ein Stück Schlauch, der Kanister steht ohnehin höher, selbst bei Lage, als der Tank, also fließt der Diesel automatisch und brav vom Kanister durch den Schlauch in den Haupttank. Wenn, ja wenn es einmal gelänge, den Diesel so anzusaugen, dass nicht gleich immer eine volle Ladung im Mund landet. Nicht schlimm, aber einen Tag lang schmeckt halt alles nach Diesel. Bääähhh...

Charly, erfahrener Weltumsegler aus Seattle, aber hat von einem Mexikaner einen Trick abgeschaut, der so einfach ist, dass man sich wundert, warum er nicht längst unter Yachties zum Allgemeingut geworden ist. Damit füllt Charly dutzendweise Dieselkanister in den Haupttank um, im Hafen oder auf dem Pacifik, ohne auch nur ein paar Spritzer aufs Deck zu vergießen, ohne sich die Finger schmutzig zu machen oder gar das Maul zu verpesten.

Wie? Ganz einfach! Statt am Schlauch zu saugen, umschließt er mit der Hand den Schlauch und die Kanisteröffnung so, dass nur noch eine kleine Öffnung in den Kanister neben(!!!) dem Schlauch übrigbleibt. Durch diese Öffnung pustet er Luft in den Kanister, worin der entstehende schwache Überdruck dafür sorgt, dass Diesel durch den Schlauch (der natürlich bis zum Kanisterboden reichen sollte)  gepresst wird. Folge: Diesel fließt.

Benutzt man sehr flexible Kanister, wie meistens, dann braucht man sein Mundwerk überhaupt nicht einsetzen. Der nötige Druck kann auch dadurch aufgebaut werden, indem man den Kanister mit den beiden Knien ruckartig zusammenpresst.

Bei beiden Methoden darf selbstverständlich die Belüftung am Kanister nicht offen sein, denn durch diese würde der Druck ja vorzeitig entweichen.

Je voller der Kanister, umso weniger Puste oder Kniedruck nötig, den entsprechenden Druck eine Sekunde lang zu erzeugen. Es handelt sich also um nichts anderes als den altbekannten Vorgang des Ansaugens vom Kanisterinhalt - mit dem wesentlichen Unterschied, dass der erste Schwall Diesel nicht im Mund, sondern im Haupttank landet. Sind Schlauch und Kanisterstutzen außen sauber, bleiben sogar die Finger clean. Aufs Deck kommt ohnehin nichts.

Um das Ansaugen des Schlauches am Kanisterboden zu vermeiden, hat Charly in seinen Halbzoll-Schlauch (das ist, sagt der Weltumsegler, der beste Durchmesser) zwei Kerben geschnitten. So kann durch die Einschnitte am Schlauchende immer Diesel in den Schlauch gelangen, selbst wenn der Schlauch fest am Kanisterboden oder in einer unteren Ecke sitzt. 

Einfach und billig, aber sooo clever!

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