Trick-Siebzehn an Bord (90)


Niedergang und Luken mit einfachen Mitteln einbruchsicher machen.

In der Praxis erprobt von Norbert, Skipper der Sturmvogel

Noch vor einigen Jahren hat man daran nicht geglaubt: Dass auf einer Yacht am Ankerplatz eingebrochen wird. Auf vielen Ankerplätzen muß man heute allerdings damit rechnen. Wie schützt man sich davor. Luken und Niedergänge ab Werft sind für einen Ganoven mit einem einfachen Schraubendreher in Sekunden aufzubrechen. Nicht aber, wenn man sich nach dem Trick des erfahrenen Blauwasserseglers Norbert richtet. Übrigens: Wenn Bobby Schenk sich in Mindelo/Capverden danach gerichtet hätte, wäre er heute circa 5000 Dollar reicher. Und so gehts:

Bevor wir in 1997 das Mittelmeer in Richtung Karibik verließen, tauchte die Frage einer Vergitterung von Niedergang und Luken auf. Wir wollten verhindern, dass plötzlich zwischen Mitternacht und Morgen ein ungebetener Gast lautlos unser Schiff betreten konnte, Niedergang sowie die Luken sollten aber offen bleiben.

Zudem wollten wir es Dieben auch tagsüber, wenn wir nicht an Bord waren, erschweren, problemlos einsteigen zu können.

Eine gute Luftzirkulation war aber wichtig für uns und musste gewährleistet sein.

Ich habe einige schwere Nirosta-Konstruktionen aus Bandeisen zusammengeschweißt und mit schweren Scharnieren angeschraubt gesehen. Der Anblick hat mich nicht sehr begeistert. Vor allem, wenn Profis einbrechen wollten, wären auch solche Konstruktionen nicht unüberwindbar, würden zusätzlich neben dem Einbruch und den gestohlenen Dingen erhebliche Beschädigungen mit nachfolgenden teuren Reparaturen verursachen.

Also war eine einfachere Lösung angesagt, die ich auch mit Bordmitteln selber anfertigen konnte. 
Die Forderung war dann statt den Niedergang mit dem geschlossenen Steckschott zu verschließen, ein "offenes" Steckschott zu konstruieren, welches genauso eingeschoben werden konnte wie das Original.

Die Lösung war, zwei Alu-U-Profile mit der gleichen Dicke wie das Steckschott mit drei horizontalen Nirosta-Rohren (Durchmesser 14 mm) zu verbinden.

Also: Erst die beiden Profile ablängen. Vorsicht mein Niedergang ist assymetrisch, was verschiedene Längen erfordert! Dann die Profile in die Nut einschieben und die drei Rundstangen der Länge nach einpassen. Man kann auch mehr verwenden, ganz nach Belieben und Sicherheitsdenken.

In die Rohre habe ich dann Innengewindestangen eingeklebt, und zwar mit Epoxy-Steel, fünf Minuten Härtezeit. Sind solche Teile nicht verfügbar, kann man auch auf eine Schraube mehrere Muttern aufschrauben und klebt diese dann vorsichtig in das Nirosta-Rohr ein. Nach Aushärten des Epoxy-Steels dreht man dann einfach die Schraube wieder raus und fertig ist die Sache.

Dass man alle Klebeflächen vorher aufraut und mit Aceton oder einem anderen Entfetter peinlichst säubert, ist eigentlich selbstverständlich.

Nun braucht man nur noch die entsprechenden Löcher in die Aluprofile zu bohren und das Ganze zu verschrauben und fertig ist das neue, völlig offene Steckschott.

Aber wie kann man das Schiebeluk nun verschließen?
Auch hier hatte ich eine Idee: Einfach zwei Grendelriegel, links und rechts am Schiebeluk anbringen- von innen für nachts kein Problem zu verriegeln, und von außen greift man einfach unter das Schiebeluk und verriegelt. Ob Diebe und Eindringlinge so schnell auf diese simple Idee des Öffnens kommen möchte ich stark bezweifeln. Sicherlich gibt es auch noch andere Möglichkeiten mit "Schloß und Riegel", für uns waren die Grendelriegel ausreichend sicher.

Die gelben Markierungen auf dem Foto – Isolierband - zeigen die linke Seite auf, denn wie gesagt, unser Steckschott ist assymetrisch. Diese Konstruktion hat sich nun seit vielen Jahren bestens bewährt. Es hat zwar nie jemand versucht, mit Gewalt einzudringen, somit sind wir auch vor Beschädigungen und Überraschungen verschont geblieben.

Für die Vergitterung der Luken habe ich dann die gleichen Niro-Stangen verwendet und diese dann einfach (wie auf der Abbildung) angeschraubt. Zwei
Stangen pro Luke erschienen mir ausreichend.
Zur besseren Optik wurden auf die Enden der Stangen Gummiteile, wie man sie als Endstücke für die Beine von Rohrstühlen verwendet, aufgesetzt.

Die Stangen sind je nach Bedarf schnell ab-und wieder angeschraubt. Bei uns wurden sie bis jetzt nur für Servicefälle, wo ich den Durchlaß des gesamten Luks brauchte, abgenommen. Die Bordfrau sieht in den Stangen auch eine willkommene Vorrichtung um diverse Teile auf Bügeln dort aufzuhängen, zum Trocknen, zum Lüften oder was auch immer.

Viel Spaß beim Nachmachen wünscht

Skipper Norbert
SY Sturmvogel


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