Trick-Siebzehn an Bord (80)


Stabile Leckdichtung

erdacht und ausprobiert von Egmont Friedl

 

Diesen faszinierenden Trick hat der gelernte Bootsbauer Egmont Friedl auf Bobby Schenk's Blauwasserseminar 2012 dem staunenden Publikum vorgeführt. "Faszinierend" deshalb, weil er die Patentlösung für ein Ereignis auf einer Hochseeyacht sein könnte, den jeder Fahrtensegler fürchtet: Wassereinbruch! Da sollten wir allerdings nicht an den Fall denken, wo ein treibender Baum ein fußballgroßes Leck in den Yachtrumpf schlägt, es wäre wahrscheinlich Hopfen und Malz verloren. Nein, es gibt eine Unzahl von hypothetischen Möglichkeiten, wo es zu einem kleineren Wassereinbruch kommt, der im Endeffekt das gleiche Unheil anrichten kann. Einige Fälle sind bekannt, wo selbst solche Lecks die Überhand gegen eine um ihr Leben schöpfende Crew nach ein paar Tagen gewonnen haben. Ich kenne einen Fall, wo eine Yacht auf hoher See nach 40 Stunden aufgegeben werden mußte, obwohl die mickrige Leckgröße (am Ruderkoken) zu Beginn des Wassereinbruchs niemals eine ernste Gefahr fürs Schiff vermuten ließ.

 

Die Methode von Friedl hat den Vorteil gegen über anderen Dichtungsmaßnahmen, dass das Leck komplett abgedichtet werden kann, wohingegen die üblichen Gummi- oder Holzpropfen, die der Schiffshändler anbietet ein unregelmäßig geschlagenes Loch nie kommplett dichten kann, weil Dichterform und Lochumrisse einfach nicht zusammenpassen.

Der Friedl-Trick funktioniert einfach: Ein Schwamm wird in flüssiges Epoxid getaucht bis er voll mit dem Kunststoff gesättigt ist. Dann wird der vorher zugeschnittene Schwamm in das Leck gesteckt und gegen das Herausdrücken durch den Wasserstrahl gesichert. Sofdann härtet das Epoxidharz (auch in nasser Umgebung) aus. Fertig!

Epoxi härtet auch unter Wasser aus und man kann den in das Leck geklemmte Schwamm (oder mehrere Schwämme) wie beschrieben sichern bis das Harz gehärtet ist. Der wirkliche Trick aber ist eine genügend große Menge Epoxi in einem engen, hohen Gefäß anzumischen um eine starke exotherme Reaktion zu erzielen, bei der das Harz so heiß wird, dass es in Minutenschnelle wenn nicht Sekundenschnelle aushärtet.

- Also Epoxi Komponenten "Harz und Härter" im richtigen Mischungsverhältnis in einen kleinen Eimer o.ä. schütten (Mindestmenge 500 Gramm, besser 1000 Gramm oder mehr).
- Umrühren
- Schwamm oder Schwämme eintauchen (Handschuhe trotz der Hektik anziehen - ein Zuschneiden der Schwämme ist i.d.R. nicht nötig)
- starke Hitzeentwicklung abwarten und im richtigen Moment, bevor das Harz ganz abbindet, den Schwamm in die Leckstelle stopfen (Vorsicht, Dämpfe sind sehr giftig)
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Die Statistik besagt, dass der Fall des drohenden Schiffsuntergangs sehr selten vorkommt, aber es ist doch ein besseres Gefühl, wenn im Not-Pack der Hochseeyacht neben den Gummi- und Holzpropfen Schwämme verschiedener Größen  und Epoxid-Harz mit Härter bereit steht. Zumal dieser Beitrag zur Schiffssicherheit nur ein paar Euros kostet.

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