Trick-Siebzehn an Bord (77)


Der Putzteufel

ausprobiert von Bobby Schenk

Geht eine Yacht auf Langfahrt, ist klar: Das Schiff sollte jedes Jahr, so wie von zu Hause gewohnt, einen neuen Unterwasseranstrich bekommen. Nur, das ist in der Praxis gar nicht möglich. Meist fehlt es in den entfernteren Gebieten an geeigneten Travellifts oder, wenn die Tide für den Tiefgang ausreichen sollte, an geeigneten Plätzen, um trocken zu fallen. Aber mit der Zeit merkt man, dass man sich viel Geld hätte sparen können, wenn man ohnehin von vorneherein auf den regelmäßigen Unterwasseranstrich verzichtet hätte. Die Profis unter den Langfahrtsegler haben das längst erkannt und die Low-Budget-Segler  ohnehin: Sie gehen überhaupt nicht mehr aufs Trockene.

Was hierzulande überraschen mag, aber es geht. Wenn man sein Unterwasserschiff sauber hält, sodass Bewuchs überhaupt nicht erst richtig wachsen kann. Das Rezept: Regelmäßige Wartung des Unterwasserschiffes. Statt sinnlos morgens vor dem Frühstück um das Schiff rumschwimmen, kann man Schnorkel und Maske mitnehmen und das Unterwasserschiff, vor allem in der Nähe des Wasserpasses, wo sich der Bewuchs offensichtlich besonders wohlfühlt, abschrubben. Mit Bürste oder - schonender für den Kunststoff - mit einem "Outdoor Cleaner, OC Microschwamm". Das "Kissen" kostet nur knappe 10 Euros bei Gisatex und hat den Vorteil, dass es den Kunststoff nicht ankratzt, also keines wegs mit einem der üblichen aggresiven Topfreiniger zu vergleichen ist.

Allerdings wird der Outdoor Cleaner mit grobem Muschelbesatz auch nicht fertig. Da müssen härtere Waffen her, wie Kunstsoffscheiben zum Abkratzen. Bei all dem sollte man aber auch auf die schwächsten Teile achten und das ist die eigene Haut. Nicht selten münden Hautverletzungen, die man sich beim Abschrubben des Unterwasserschiffs geholt hatte, in garsigen Entzündungen, die letztlich nur mit Antibiotika erfolgreich bekämpft werden können.Mit ledernen Handschuhen ("Arbeitshandschuhe") arbeiten ist das Mindeste, was man für die eigene Gesundheit tun sollte, noch besser wären Handschuhe von diesem Typ - siehe hier .

Und noch ein Hinweis: Ist der Wasserpaß schon mit einem leichten grünen Algenwald überzogen, dann ist man vor folgender Überraschung nicht gefeit: In dem Bewuchs verbergen sich kleine krebsartige Tierchen, die durch die Bürsterei ihres Versteckes beraubt werden und sich sofort wieder ein höhlenartiges Gebilde suchen. Und das ist nicht selten ein Ohr des schnorchelnden Skippers. Wer das einmal erlebt hat, so ein krabbelndes Viech im Ohr zu haben, wird nur noch mit einem die Ohren schützenden Kopftuch an die Arbeit gehen.

Page by  Bobby Schenk,
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