Trick-Siebzehn an Bord (75)


selbstgebautes Bimini für 20 Euro

erfunden und ausprobiert von Erich Zahourek

Als wir zu unserer Weltumsegelung aufgebrochen sind, hab ich nicht einmal den Namen "Bimini" vorher gehört. Und erst im Laufe der langen Reise, kaum waren wir in südlichen - und damit heissen - Gefilden, fanden wir heraus, wie unverzichtbar ein Sonnensegel ist. Interessant, dass genau die (vermeintlichen) Edelwerften, die ihre Yachten als "geeignet für die weltweite Fahrt" werbewirksam klassifizieren praktisch niemals ein Sonnensegel, man kann es auch "Bimini" nennen, in der Standardausrüstung mit anbieten. Es ist ihnen vielleicht nicht bekannt, dass das Leben in den Tropen (auch im Mittelmeer im Sommer) auf einer Blauwasseryacht praktisch ausnahmslos im Cockpit stattfindet. Und damit in der Sonne, vor der Segler, das weiß man heute, unbedingt geschützt werden müssen, eben durch ein Bimini. Alles andere ist gesundheitsschädigend. Ein paar von meinen Segelfreunden aus einer Zeit, als das Ozonloch gerade im Wachsen war, hat es deshalb auch erwischt: Ein Melanom, Hautkrebs, auch "schwarzer Krebs" genannt, ist nach Meinung bvieler Ärzte der bösatigste Krebs, den die Dermatologen kennen - mit großer Sicherheit tödlich, wenn er zu später behandelt wird. Also Sonnenschutz ist nötig. Und teuer, 1500 Euro kann es schon sein, dass man für ein Bimini hinblättern muß. Das kann auch billiger haben, sagt Erich Zahourek (man sage ja nichts gegen die Motorbootfahrer!):

"Bestens zur Herstellung eines solchen Biminis sind Aluzeltstangen, vom Schrottplatz, Flohmarkt etc geeignet. Der Stoff ist normalerweise für Rucksäcke als Innenfutter gedacht. Schönes silbergrau und eine Seite gummiert, daher ist er absolut wasserdicht. Kosten 20 Euro inkl. Nähgarn in passender Farbe.

So ein Bimini ist in dieser Größe nicht zu kaufen, es müsste um ca. 1500 Euro angefertigt werden. Die Klappscharnierbeschläge (Niro oder Plastik) sind gekauft, sind bis jetzt durch nichts zu ersetzen. 

Das Gerüst besteht aus Alu Zeltstangen, sie sind daher zusammensteckbar bis die gewünschte Länge erreicht ist. Dann unten ablängen, oben braucht man die Verjüngung zum weiteren Zusammenstecken. Die Querstrebe oben ist vom Dach einer Hollywoodschaukel. Sie ist zwar nicht aus Alu, aber da sie größtenteils unterm Stoff ist, fällt das nicht weiter auf. Dafür ist sie bereits vorgebogen. Als Bögen eignen sich auch Kupferbögen aus dem Installateurbedarf. Grundsätzlich ist ein Gestänge nur aus Kupferwasserleitungsrohren möglich, lässt sich auch super biegen (mit einer Biegefeder) oder verlöten, ist aber entsprechend schwerer.

Da die Alustangen zumeist nicht den erforderlichen Durchmesser aufweisen, habe ich meine mit einer Flex angeschliffen und dann die Scharniere draufgeklopft. Das hält wie eine Presspassung. Gesichert wird mittels Schraube, auch dort wo die Stangen zusammen gesteckt sind. Das weiße Isolierband schützt gegen scheuern. Am stabilsten wird es, wenn die Abspannungen an den vier höchsten Punkten in den Ecken montiert sind, nicht wie am Fotoin halber Höhe. Bei der Fläche entwickelt sich ein beachtlicher Winddruck. Daher das Alu Überschubrohr von einem Paddel, weil dort eine Strebe unter Fahrt brach.


Bei Nichtgebrauch verschwindet alles zusammengerollt und gelegt in einer Hülle aus gleichem gummierten Stoff am Heck und stört nicht weiter. Drüber steigen problemlos möglich weil anliegend und das Hecklicht wird auch nicht verdeckt."

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