Trick-Siebzehn an Bord (45)


Ausbauen eine undichten Seeventils unter Wasser

Ausprobiert von Wolfram Buchwitz

 

Es gehört sicher zu den Alpträumen eines Fahrtenseglers,  festzustellen, dass das Boot irgendwo ein Leck hat und Wasser ins Schiff leckt. Selbst, wenn es sich nur um kleine Mengen handelt, muß dagegen etwas unternommen werden, schon deswegen, weil man das Schiff ja nicht allein lassen kann. Also gibts eigentlich nur eins: Raus mit dem Schiff aufs Trockene. Meistens ist dies allerdings ein teurer Spaß und häufig ist nicht mal eine Möglichkeit in Reichweite, das Schiff rauszuholen. So erging es dem Katamaran-Selbstbauer (alle Achtung!)  Wolfram Buchwitz, der nach dem Kranen Wasser im Schiff feststellen musste. Wie er sich auch ohne den teuren Kran zu helfen wusste, beschreibt er hier:

"Gerade habe ich Ihre Beschreibung gelesen, wie Sie an Ihrem Saildrive das Öl gewechselt haben  (siehe Ölwechsel unter Wasser), was mich daran erinnert hat, wie wir neulich einen undichten Borddurchlass gedichtet haben, ohne das Boot aus dem Wasser zu nehmen.

Wir haben die letzten Jahre einen Katamaran gebaut (11m, Simpson-Design) und vor sechs Wochen zu Wasser gelassen. Sie können sich unsere Enttäuschung vorstellen, als im Steuerbordrumpf langsam aber stetig ein winziges Rinnsal Wasser durch den Borddurchlass (3/4 Zoll Wassereinlass für die Toilette, außen mit Saugkorb) eindrang. Nach einigen Stunden waren ca. vier Liter Wasser in der Bilge. Wir waren uns 100%ig sicher, alle Borddurchlässe gründlich eingebaut, abgedichtet und die Gewinde eingehanft zu haben. Doch irgendwo musste der Fehler ja liegen. Das Problem war nur, dass man den Kugelhahn ja nicht mehr abschrauben konnte, da das Boot nun im Wasser lag, und der Borddurchlass an der tiefsten Stelle (neben dem Kiel) angebracht ist.

Alle Bekannten, die wir um Rat gefragt haben, meinten, man müsse das Boot wieder aus dem Wasser nehmen, oder zumindest den einen Rumpf mit dem Kran anheben lassen, wonach uns begreiflicherweise nicht der Sinn stand.

Aber irgendwann kommt einem dann ja immer doch noch der richtige Einfall: Einen normalen Borddurchlass mit runder Austrittsöffnung hätte man einfach von außen durch einen Pfropfen verschließen können. Der Durchlass, den wir dort haben, hat jedoch einen Saugkorb, d.h. viele nach außen gewölbte Lamellen, die das Verstopfen verhindern sollen, sodass man aber auch gehindert ist, einen Pfropfen hineinzustecken. Ich bin daher (es war immerhin Mitte Oktober) ins kalte Nass gestiegen und habe von außen ein Stück Plastikfolie ("Gelber Sack" - der überhaupt zu den wichtigsten Utensilien an Bord gehört) unter Wasser gegen diesen Korb gedrückt. Der Katamaran hat ja wenig Tiefgang, sodass ich noch nicht einmal richtig tauchen musste. Von oben hat dann ein zweiter Mann den Kugelhahn abgeschraubt. Und die Rechnung ging auf: Der Wasserdruck drückte die Plastikfolie in die Ritzen des Saugkorbs, sodass dieser fast vollständig verschlossen war. Im Schiff kam nur ein ganz kleines Rinnsal an. Und da sahen wir natürlich auch sofort die Ursache: Wir hatten tatsächlich vollständig vergessen, das Gewinde einzuhanfen. Kein Wunder, dass es undicht war. Wir haben das dann sofort nachgeholt, den Kugelhahn wieder aufgeschraubt, und damit war das ganze Problem in kurzer Zeit und ohne Kosten behoben."

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