Trick-Siebzehn an Bord (43)


Lebensdauerverlängerung für ein Schlauchboot 

Erdacht und ausprobiert von Karl Koval

Dieses Problem haben wohl alle Schlauchboote. Bei manchen zeigen sich die ersten luftundichten Stellen nach einem halben Jahr, andere Gummi-Beiboote halten ein paar Jahre, bis die mitgelieferten Fleckerl zum ersten Einsatz kommen, um die Luft (und damit den Auftrieb) in den Schläuchen zu halten. Und irgendwann haben die Eigner des einst recht teuren Schlaucherls die Nase voll und ein Neukauf steht vor der Türe. Das muss nicht unbedingt sein, denn mit wenig Geldaufwand lässt sich die Lebensdauer eines Schlauchbootes erheblich verlängern, wie es Hompage-Besucher Karl Koval erfolgreich demonstriert hat. Nach praktischen Erfahrungen im Langfahrtbetrieb liegt die Lebenserwartung eines Gummibootes - speziell in der Tropensonne - so bei 5 Jahren. Achtung: Das Schlauchboot von Karl Koval (Foto !)

 hat nunmehr das für so einen Gegenstand biblische Alter von 23 Jahren erreicht. Dank eines einfachen (und preiswerten) Trick-Siebzehn. Er beschreibt ihn:

"Hallo Herr Schenk,
Ihre Tipps aus der Trickkiste sind hervorragend und sehr nützlich,  daher möchte ich für die Trickkiste zum Themenkreis "Schlauchboot undicht" auch etwas beitragen.

Schlauchboot flicken - dieses leidige Thema betrifft doch all diejenigen, die ein solches Ding älteren Baujahres besitzen.

Diesem Ärgernis habe ich dahingehend endgültig den Garaus gemacht, ich bin zu einem Baumarkt in Griechenland gefahren und habe mir um wenig Geld ein paar Dosen PU -Schaum und 2 x 5 m lange dünne Kunsstoffschläuche zugelegt. Das erste Einfüllventil beim Schlaucherl abgeschraubt, den ersten 5 m Schlauch eingeführt, am anderen Ende das schraubbare Endstück der ersten PU - Schaumdose hineingesteckt, Dose angeschraubt und draufgedrückt, dann die nächste Dose bis der erste Schlauch prall war. Der PU - Schaum dehnt sich im Erstarrungsprozess ca. um das dreifache Volumen aus.

Füllschlauch herausgezogen und gewartet bis der Schaum nach ca. 30 Min. sein endgültiges Volumen erreicht hat, dann herausgequollenen Schaum mit einem Messer abgeschnitten, Einfüllventil draufgeschraubt und fertig war die erste Kammer. Schließlich waren alle 7 Kammern voll und die ewige Flickerei hat seitdem ein Ende, auch der Boden unter den Bodenbrettern wurde so aufgeschäumt. Das Boot wurde zwar unmerklich schwerer, dafür ist es jetzt unsinkbar und die Gummihülle klopft auch nicht am Rumpf. Problem gelöst und das war es. Materialpreis der PU-Dosen und der Schläuche 62,00 € , Arbeitszeit mit dem Finish ca. 5 Stunden.

Herzliche Grüße

Karl Koval"

Neben dem Vorteil der Unsinkbarkeit hat die Methode Koval einen - theoretischen - Nachteil hat. Das Schlauchboot lässt sich nicht mehr zusammenlegen. Das spielt aber in der Praxis überhaupt keine Rolle. Denn der Normalfall ist doch der, dass das neue Schlauchboot an Bord ankommt, ausgepackt, aufgeblasen und nie mehr zusammengelegt wird. Weil das einfach zu kompliziert und zeitaufwendig ist, außerdem sollte man es nur im trockenen Zustand zusammengelegt verstauen. Wer macht das schon? Ich jedenfalls hab noch nie ein zusammengelegtes Gummidhingy gesehen.

 

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