Das besondere Langfahrt-Schiff (3)


Langfahrt-Sloop Stormvogel

 

Vorab die Meinung von Bobby Schenk:

Der Markt ist heute übervoll mit dem Angebot von Gebrauchtyachten. Und macht die Entscheidung schwer, für welches der hochgelobten Angebote sich der Segler entscheiden soll. Letztlich wird er - das ist der Regelfall - die Entscheidung danach treffen, ob er für sein Geld den besten Gegenwert erhält. Und was der beste Gegenwert ist, wird einer sehr subjektiven Wertung entspringen. Hier soll ausschließlich von Yachten die Rede sein, mit denen der zukünftige Eigner auf Langfahrt gehen kann und wird. Und in diesem Zusammenhang klingt der Name Hallberg Rassy besonders gut. Würde man alle Langfahrt- und Weltumsegelungsyachten nach Hersteller und Anzahl weltweit klassifizieren, so stünde nicht etwa "Bavaria" oder "Jeanneau" oder "Beneteau" an erster Stelle, sondern eben "Hallberg Rassy" an erster Stelle. Genießt also unter den meist sehr erfahrenen Hochseeseglern das meiste Vertrauen. Das ist sicher der erste Pluspunkt für die STORMVOGEL. Mindestens ebenso wichtig ist die Ausrüstung, wenn man auf Langfahrt gehen möchte - der Ostseesegler wird sich wohl ernsthaft kaum mit diesem Angebot beschäftigen, bleibt also außen vor.

Jeder, der sich mit großen Plänen von ozeanweiten Langfahrten beschäftigt und davon träumt, muss sich nicht nur wegen der Finanzierung, sondern auch um die zweckmäßige Ausrüstung Gedanken machen. Wer glaubt, ein Schiff von der Stange zu kaufen und eine Reihe von Ausrüstungsgegenständen in die Yacht zu stecken und dann habe er die "ideale Weltumsegelungsyacht", liegt immer schief. Denn das ist ein Punkt, bei dem viele Fehlentscheidungen getroffen werden können, was später - neben dem Ärger - so richtig ins Geld geht. Und zwar so heftig, wie man es sich zu Hause bei der Planung der Reise gar nicht vorstellen kann, es sei denn, man bringt jahrelange Langfahrtpraxis mit sich. Und das ist ein weiterer - dicker - Pluspunkt für die STORMVOGEL. Sieht man sich die Ausrüstungsliste an, so erkennt man am Umfang und an der Auswahl des Zubehörs die Langfahrterfahrung des Eigners (Tagestank, Watermaker, Außenborder etc). Ein gutes Beispiel hierfür ist das Beiboot: Wie oft hab ich erlebt, dass Segler aus Europa einen harten Weg gegangen sind, bis sie beim "richtigen" Dhingy gelandet sind. Meist segeln sie los mit einem europäischen Schlauchboot, das ihnen vielleicht auf einer Ausstellung aufgeschwätzt worden ist. Zunächst sind sie dann im milden europäischen Klima mit der Gummiwurst auch ganz zufrieden. Spätestens in der Karibik müssen sie dann mit ansehen, wie dort das Schlauchboot der aggressiven Sonne Tribut zahlen muss. Und - dass auf den Ankerplätzen der Traffik vor allem mit Carib-Dhingys abgewickelt wird. Das ist so auffällig, dass man sogar von einem Quasi-Standard sprechen kann. Und so gehts dann fort, je weiter man nach Westen segelt. Irgendwann wird auf den meisten europäischen Yachten dementsprechend teuer umgerüstet. Doch die Auswahl der Ausrüstung macht eine Serienyacht nicht allein zum "idealen Fahrtenschiff". Es sind die Modifikationen der Yacht, die ein Eigner fast zwangsläufig durchführt, um sie langfahrttauglich zu machen. Mit "besser als neu" wird oft geworben, aber häufig können sich dahinter, zwar guter Wille, aber letztlich auch Verschlimmbesserungen verbergen. Nicht jeder Eigner ist auch ein guter Handwerker. Anders beim Berufshandwerker und Eigner der STORMVOGEL. Und - wer meine Webseite regelmäßig besucht, wird gerade bei diesem HR-Modell fesstellen, dass hier "besser als neu" unter dem Sicherheitsaspekt durchaus angebracht ist.

Der letzte starke Pluspunkt, auch einer, der dieses Angebot aus der Menge der vergleichbaren Annoncen hervorhebt, ist der Standplatz. In meinen Augen ist Malaysien/Thailand ein ideales Cruising-Revier, das ich, wenn es Punkte zu vergeben wären, ohne zu zögern auf Platz Eins auf der Welt setzen würde. Freilich, eine subjektive Wertung, aber wenn man jahrelang in diesem Revier gelebt hat, kann man sich so eine Aussage schon leisten. Ein paar Stichpunkte: Keine Hurricanes, yachtfreundliche (und gütige) Menschen, niedriges Preisniveau, keine Steuerprobleme (Langkavi), keine zeitliche Beschränkung für Yachten, gute Anbindung an die Ersatzteilversorgung (Luftfracht) und so fort. Wer ernsthaft interessiert ist kann sich ja meinen Artikel Geheimrevier Malaysien und den auch hier ansehen. Kurzum, ein ideales, einfaches Revier, um eine Langfahrt zu beginnen. Denn der Segler in Europa wird sich zunächst, ausgerechnet dann, wenn er noch die wenigste Erfahrung hat, mit dem vergleichsweise rauem Klima, mit der höchst komplizierten Gesetzgebung, mit unberechenbarem Wetter, später dann mit der Hurricane-Problematik und mit überfüllten Revieren rumschlagen müssen, ehe er den Pazifik erreicht und damit endlich in Ruhe zum westlichen Horizont segeln kann.

Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass ich die Yacht zu meiner Zeit in Malaysien nicht betreten habe, mich also, so wie ein Kaufinteressent, auf die Angaben der Stormvogel-Eigner verlassen muss, aber wenn man deren Ausführungen zur ihrer Geschichte und ihrer Yacht liest, kommt doch alles sehr glaubhaft und vertrauenserweckend rüber. Und, um allen Verdächtigungen zuvorzukommen: Ich bekomme und will keine Provision!


Die Inneneinrichtung

"Hallberg Rassy, bekannt für beste Qualität, Seetüchtigkeit und einen perfekten Innenausbau, was kann man da eigentlich noch verbessern? 

Was mir als gelerntem Malermeister und Interior-Designer sofort aufgefallen war, war, daß die Rassy für ihre 38 Fuß Länge zwar sehr viel Innenraum aufweist aber leider auch relativ wenig Stauraum!


Und hier sagte ich mir, alle unnötigen "Luftlöcher" sollten als Stauraum verwendet werden!
So plante ich zunächst einmal im Vorpiek die werkseitig bb. und stb. durchgehenden Ablagen zu verbreitern und in teilweise großräumige Schränke umzuwandeln: Drei Schränke im Vorpiek, zwei Schränke in der Achterkabine. Bei späteren Serien hat Rassy dieses Design übernommen, allerdings haben diese Schränke eine wesentlich geringere Tiefe, sind somit in der Praxis eher Zierat!

Im Salon wurden von mir hinter die Sitzlehnen der Sofas Ablagen eingebaut um die vielen sich ansammelten Dinge gut erreichbar verstauen zu können. Ein stabiles Bücherbord, erweiterte Flächen am Kartentisch zur Aufnahme von SSB-Radio etc und zur Ablage von Büchern, fest eingebautem Drucker und Kleinteilen wurden peu a peu hinzugefügt. Die Schubladen im Navtisch habe ich verlängert und zwei große, heute wohl nicht mehr so aktuell, CD-Regale, die zudem eine wohnlichere Atmosphäre verbreiten, eingefügt.

Innnenbeleuchtung

Alle Deckenleuchten wurden durch wertige Leuchten der Fa. Stengel ersetzt, im Salon eine sehr helle 2-Stufen-Warmtonfluoreszenslampe, alle anderen mit Halogenleuchten, teilweise LED. 
Tür auf - Licht an, da gibt es kein Fummeln mit Taschenlampe mehr, denn alle Nutzschränke wurden mit Kontakschaltern versehen und mit LED´s innenbeleuchtet, ebenso der Motorraum.

Tankanlage

Eine der wohl besten Entscheidungen war, einen Tagestank einzubauen. Aber wohin? In Papeete hatte ich dann die Idee: In die große Backskiste musste der Tank rein. Zuerst mal ein Provisorium mit einer 20 ltr. Jerrycan mit Bordmitteln erstellt. Klappte prima!. Denn durch den Fallsprit ist ein Entlüften im herkömmlichen Sinne (immer ein großer Aufwand) nicht mehr nötig. Die Dieselförderpumpe (kostet heute ca. EUR 400) wird umgangen und somit wieder ein wesentliches Problem ausgeschaltet. Denn, fällt diese Pumpe aus, bleibt der Motor stehen. Vor allem werden auch die Filter entlastet. Die wenigsten wissen, daß eine ganze Menge Diesel aus der Rückleitung in den Tank zurückfließt. Und dieser Diesel ist bereits bestens gefilterter Diesel, der nun wieder in den Tagestank und nicht in den Haupttank zurückfließt. Somit eine um das Vielfache verlängerte Standzeit der Filter, zumal mein Diesel aus dem Haupttank erst mal einen Wasserabscheider und ein Doppelfilter passiert bevor er in den Tagestank fließt. Anschließend die normale weitere Filterung wie gehabt. Den provisorischen Tank habe ich vor 2 Jahren hier in Langkawi durch einen 40 ltr. Stainless-Steel Tank mit Tankanzeige ersetzt. Der Diesel wird mit 2 elektrischen Pumpen vom Haupttank in den TT gefördert. Bis heute völlig ohne Probleme.

Apropos Filter! Der einfache Volvo Dieselvorfilter wurde von mir gleich nach Schiffskauf durch einen Separ-Dreistufenfilter ersetzt.

Belüftung

Gute Belüftung ist in den Tropen alles. So produzieren sechs bis acht 12V-Ventilatoren auch am Ankerplatz ein gutes Klima. Das Besondere: Alle unsere Lüfter sind elektronisch von null bis voll stufenlos regelbar! Haben wir Landstrom, sorgt eine portable Aircon, die auf das Salonhatch gestellt wird, für ein gutes Klima und trockenes Schiff hier in den Tropen.

Kühlung und Steuerautomat

Wichtige Dinge sollte man doppelt haben: So haben wir heute in der recht großen Kühlbox zwei unabhängige Isotherm 12V Geräte mit jeweils separater Evaporatorplatte eingebaut. Fällt eine aus, wird einfach umgeschaltet und das Bier bleibt kalt! Oder eine Ersatzdruckwasserpumpe, in 5 min. zu wechseln, eine Ersatzlichtmaschine, Ersatz für Umwälz- und Seewasserpumpe an der Maschine.
Auch die Elektronik für den Autopiloten-Steuermotor, ein Rotarydrive, ist doppelt installiert und völlig unabhängig. Fällt eine Elektronik aus, nur einen Schalter umlegen und mit der Zweiten weitersteuern. Als zusätzlichen Backup sind noch zwei Navico-Wheelpiloten einsatzbereit. Und viele kleinen Dinge mehr.

Ankerausrüstung

Die werksseitig eingebaute elektr. Ankerwinde vom Typ Lofrans Panther wurde durch eine Lofrans Tiger ersetzt. Großer Vorteil der Tiger, sie läuft spürbar schneller! Von Rassy wurde damals nur ein mechanischer Schalter für das Hieven installiert. Ich habe eine Relaisbox für Auf und Ab eingebaut und eine Wireless Remote Control daran angeschlossen. Ebenfalls eine der besten Investitionen! Denn seitdem können wir auch außerhalb des Schiffes die Ankerwinde betätigen, z.B. vom Beiboot aus um die Kette von Korallenköpfen freizubekommen. Einer steuert das Schiff, der andere beobachtet und führt die Kette.

Geräteträger

Noch in der Türkei wurde ein stabiler Geräteträger am Heck angebaut. Dieser dient nicht nur der Aufnahme der schwenkbaren Solarpaneelen, sondern ist bei einer Sloop auch ein idealer Befestigungspunkt für Sonnen-und Regendächer und bietet generell im Heckbereich große Sicherheit.

Elektrische Winschen

Auch wir werden älter! Deshalb haben wir in 1998 unsere Genuawinschen, Lewmar 44, mit einem Getriebemotor der Fa. MSM versehen und können diese nun entweder per Hand mit Kurbel oder per Knopfdruck elektrisch betätigen. Mit einer Umlenkung ist es so auch problemlos möglich, unser Beiboot, Caribe 9 ft. mit festem Boden, mit einem Fall aufs Vorschiff zu hieven. Vera drückt den Knopf, ich führe das Dinghi.

Beiboot

Für das Dinghi stehen 2 Außenborder zur Verfügung, ein 3.3 PS, leicht zu händeln und anstelle von Rudern, ein 15 PS für Gleitfahrt und längere Strecken, der dank unseres Geräteträgers problemlos mit einer daran befestgten Tallje rauf und runter zu bewegen ist.

 

Der Rumpf

Hallberg Rassy, eine der weltweit erfolgreichsten Werften, ist bekannt für seine bleibende Qualität, vor allem die alten Yachten, noch von dem bekannten Konstrukteur Olle Enderlein gezeichnet. 

Der Rumpf unseres Schiffes wurde unter Aufsicht von Lloyd´s gefertigt, das heißt, die Baubedingungen, die Arbeit, das Material sowie die einzelnen Bauabschnitte wurden von einem Sachverständigen überwacht und in einem Zertifikat beglaubigt. Deshalb ist ein Befall von Osmose quasi ausgeschlossen. Der Rumpf unseres Schiffes wurde unter Aufsicht von Lloyd´s gefertigt, das heißt, die Baubedingungen, die Arbeit, das Material sowie die einzelnen Bauabschnitte wurden überwacht und in einem Zertifikat beglaubigt.

Die Fenster 
 
Unsere Fenster im Rumpf sind alle zum öffnen. Ein stabiler Außen-und Innenrahmen sind mit 12 Schrauben gegeneinander verschraubt, die Fenster werden nach innen hochgeklappt. Bevor wir über den Atlantik starteten, habe ich für alle Fenster aus 10mm Acrylglas Verstärkungen angefertigt. Diese werden entweder mit längeren Schrauben auf die Scheibe aufgesetzt oder, Version 2, mit einem Seilspanner wird die zusätzliche Scheibe gegen das Fenster gedrückt. Das ist eine schnelle Version die auch für den Fall gedacht ist, daß mal ein Scharnier während der Fahrt bricht.

Das Revier

Will man heute eine Segelyacht kaufen, so findet man eine Vielzahl verschiedener Schiffstypen vor, jedoch n u r e i n e der bekannten und unverwüstlichen Hallberg Rassys 38 können Sie in einem der schönsten, problemlosesten und cyclonsicheren Segelreviere der Welt*** erwerben!

Unsere für eine Weltumsegelung voll ausgerüstete, geräumige und bewährte Hallberg Rassy 38 liegt in dem exotischen Langkawi, Malaysia, Thailand vor der Haustüre. Einfach nur den Motor starten, die Segel hissen um dann völlig entspannt lossegeln zu können.

Die Übergabe

Denn so wollen wir unser Schiff übergeben: 
Vollgetankt mit Wasser und Diesel, alle Filter und Oel gewechselt, alle Inspektionen durchgeführt, nichts wurde vergessen, denn nach 23 Jahren "Leben auf diesem Schiff" weiß man, worauf es ankommt!

23 Jahre war unsere HR 38 unser Zuhause und für mich, Norbert, war es eine Herausforderung und Freude, diese wunderschöne und zuverlässige Yacht in bestem Zustand zu halten. Nun kommen wir langsam zum Ende unserer langen Reise fast einmal um die Welt und wollen hier das Schiff einem neuen Eigner mit "Pött und Pan übergeben", nicht ohne ihn vorher bestens mit dem Schiff vertraut zu machen. Denn das ist wohl das Wichtigste! 
Als ich vor 23 Jahren die Rassy aus zweiter Hand kaufte um damit die Welt zu umsegeln, hatte ich von Schiffen keine Ahnung, ich war Privatpilot. Daher weiß ich wie wichtig eine gute Einweisung ist und nicht nur das, auch nach dem Verkauf wird es mir eine Freude sein, dem neuen Eigner mit meinem Wissen zur Verfügung zu stehen.

Hallberg Rassy, eine der weltweit erfolgreichsten Werften, ist bekannt für seine bleibende Qualität, vor allem die alten Yachten, noch von dem bekannten Konstrukteur Olle Enderlein gezeichnet. 
Wir haben unser Schiff zusätzlich mit viel Stauraum, Regalen, Schränken etc. ausgebaut und mit vielen technischen Details wie z. B. Beleuchtung (LED) ausgestattet um das Leben an Bord angenehmer zu machen. Außerdem sind ein großes Sortiment von Klein-und Ersatzteilen sowie alle erforderlichen Werkzeuge, Meßgeräte etc. in bester Qualität vorhanden. 
Und, sehr wichtig, wir werden bis zum Verkauf des Schiffes an Bord leben um keinerlei Korrosion und sonstige Mängel aufkommen zu lassen, denn das kann leider bei einem unbewohnten Schiff recht schnell geschehen! 

Typ, Größe und Maße der Stormvogel:

Hallberg Rassy HR 38 EUR 88.000,- MwSt. befreit
Bauwerft Hallberg Rassy (SE)
, Baujahr 1979 (Erstwasserung 1979)

Liegeplatz Asien, exotisches Langkawi, Malaysia, Traumrevier Malaysia-Phuket-Thailand *** 
Länge 11,58 m, Breite 3,50 m, Tiefgang 1,75, Stehhöhe 1,85, Gewicht 8500 kg
Material Rumpf: GFK / Aufbau: GFK mit Teakdeck 
Rigg Sloop 
Motortyp Volvo Penta MD21A , Diesel PS / kW 50 / 37, Kraftstoff 380 ltr.

Frischwasser 580 ltr Kraftstoff 380 ltr.

"Herkunft" und Geschichte der STORMVOGEL

Die Crew: 
 
Eigner und Skipper Norbert, 68, segelt seit 23 Jahren. Vorher hatte er 15 Jahre lang ein eigenes Flugzeug und damit ganz Europa und Nordafrika bereist. Beruflich erlernte er im elterlichen Betrieb in das Malerhandwerk und Einzelhandelskaufmann. Mit 22 Jahren Meisterprüfung, mit 25 Jahren in 1970 Übernahme des elterlichen Betriebes.

In 1990, mit 45 Jahren, der Umstieg auf sein Schiff "STURMVOGEL" und Beginn eines neuen Lebensabschnittes. Flugzeug, Haus und Geschäft wurden verkauft. Neben der allgemeinen nautischen Arbeit war es für Norbert eine Herausforderung und neue Aufgabe, die gesammte Schiffstechnik einschl. Dieselmotor, Kühlung, Elektrik und Elektronik, zu beherrschen. 
Ehefrau Vera, 58, eine Realschullehrerin, Französisch und Politik, lernte Norbert in 1995 kennen und begeisterte sich fürs Segeln und eine Weltumsegelung. In 1997 siedelte sie dann ganz auf den STURMVOGEL um und ist seit dem der "Gute Geist" des Schiffes.

Die Idee einer Weltumsegelung: 
 
An einem schönen Sonntagmorgen im Oktober 1987, saß ich, Norbert, in einem bequemen Sessel im Turmzimmer meinen Hauses, und war gedanklich über die Zukunft am philosphieren. Ganz plötzlich kam dann die Vision, mit einer Segelyacht um die Welt zu segeln! Ich hatte mit Schiffen nie etwas zu tun, ich war Flieger mit Leib und Seele, hatte mein eigenes einmotoriges Flugzeug mit dem ich schon ganz Europa und Nordafrika bereist hatte. Auch eine alte Bücker 181 Bestmann (steht heute im deutschen Museum), gebaut in 1944, hatte ich voll restauriert und flugfähig zugelassen. Neben meinen Langstreckenflügen war auch der Kunstflug für mich eine schöne Abwechslung. 
 
Aber zurück zur Idee der Weltumsegelung. Tausend Fragen jagten mir durch den Kopf, konnte kaum den Montagmorgen erwarten um erste Lektüre zu erwerben. So waren dann die aktuelle Ausgabe der "Yacht", Bobby Schenk´s Buch "Blauwassersegeln" und Burghard Pieskes Buch "Shangri La" meine ersten Berührungspunkte mit der Seefahrt. 
 
Knapp 3 Jahre hat es dann gedauert bis der Traum wahr wurde. Mitte 1990 bin ich endgültig auf mein zwischenzeitlich erworbenes Schiff STURMVOGEL "umgestiegen".

Und diese 3 Jahre waren ausgefüllt mit vielen Vorbereitungen wie: Erst mal eine Woche Kojencharter auf Elba um zu sehen, ob mir das überhaupt Spaß macht. Dann den Sportbootführerschein in Travemünde machen und immer wieder nach Schiffen schauen. Und das war eine wahre Odyssee! Ich wohnte im Saarland, das heißt, fahren an die Nordsee, Ostsee, Südfrankreich, Spanien, Angebote anfordern, vergleichen, überlegen was ist gut und geeignet. 
Hier war mir Bobby Schenk´s Buch "Blauwassersegeln" eine wichtige Hilfe, denn ich hatte ja von Schiffen keine Ahnung. Allerdings war es auch unmöglich, mir Schrott für gute Qualität zu verkaufen! Das konnte ich wohl unterscheiden! Und nach einem üblen Erlebnis in Ampuria Brava, Spanien, ich hatte dort nach der Beschreibung und den Fotos ein Schnäppchen erwartet, ein Stahlschiff, 49 ft. engl. Werftbau, überholt, umfangreiche Ausrüstung, nur DM 90.000.-- ,war aber reif zum Verschrotten, nur Rost und Korrosion, lernte ich dort den Eigner einer HR 38 kennen. Auch er war Privatpilot, aber seine Rassy war nicht zu verkaufen. Mit Freude zeigte mir dann sein Schiff bis ins letzte Detail und ich war überzeugt, das wird auch mein Schiff! 
 
Zurück nach DL, alle Yachtausgaben durchstöbern, wer verkauft eine HR 38? Einige waren schon verkauft, aber ich lernte Dieter kennen, sein STURMVOGEL lag in Pula, Kroatien, und dieses Schiff habe ich dann gekauft weil rundherum alles paßte. Dieter, ein begnadeter Segler, hat mich bestens eingewiesen, war sozusagen mein "Segel-Privatlehrer". Und diesen Kauf habe ich bis heute nicht bereut. 
  
Heute, nach 23 Jahren "Leben auf dem Schiff", fast einmal um die Welt gesegelt und immer in Kontakt mit Gleichgesinnten, weiß ich um den Wert einer guten Qualitätsyacht. Denn was die meisten beim Kauf nicht einkalkulieren sind die ganz normalen Folgekosten! Und die können oft bei einem anfänglich so preiswert erscheinenden Schiff ins Uferlose gehen!

Die bisherige Reise: 
 

Nachdem ich, Norbert, in 1989 die HR38 STURMVOGEL erworben habe, war ich bis 1997 im Mittelmeer gesegelt, vorwiegend im östlichen Teil. 1997 starteten wir, meine Frau Vera und ich, von Marmaris, Türkey, zur geplanten Weltumsegelung. Die Reise führte uns zunächst auf die Kanaren, dann Atlantiküberquerung direkt nach Martinique. Von hier aus alle Karibikinseln südwärts bis Trinidad um hier die Hurrikansaison zu verbringen. Im nächsten Jahr, 1998, starteten wir wieder nordwärts bis Florida, Ft. Mayers. Dier stellten wir das Schiff an Land, kauften ein Motorhome, und starteten zu einer USA Reise, die uns durch über 30 Staaten von der Ost-bis zur Westküste und wieder zurück führte. Fast 14 Monate haben wir uns dafür Zeit gelassen. 
 
Anfang 2002 war STURMVOGEL wieder starklar und wir sind weiter nach Kuba, Grand Cayman, Isla Providenzia, Isla San Andres bis Panama, wo wir im Okt. 2002 den Anker fallen ließen. Nach all den vielen Eindrücken unserer USA-Reise und dem ausgiebigen Besuch der von dort aus angelaufenen Inseln haben wir entschlossen, jetzt nicht direkt durch den Panamakanal zu gehen, sondern erst mal ein Jahr in Panama zu verschnaufen um dann, im November, also nicht zur Hochsaisonzeit, durch den Panamkanal zu fahren. Das war auch eine gute Entscheidung weil wesentlich streßfreier! 
 
Nach dem Besuch der Las Perlas Inseln ging es dann weiter nach Galapagos, Marquesas, Tuamotus bis Papeete. Auch hier legten wir wieder einen 8 monatigen Stop ein, verbrachten hier die Cyclonsaison. Rarotonga, Cook Islands, Tonga, Fidji, Neukaledonien und Australien waren dann die nächsten Stationen. Australien erreichten wir am 3. Jan. 2006, Landfall in Bundaberg. 
Ein weiteres Jahr lang segelten wir uns dann langsam südwärts bis wir im Jan. 2007 Sydney erreichten. Hier entschlossen wir uns auf Empfehlung anderer deutscher Segler die Sail-Indonesia 2007 mitzumachen. Damit stand das nächste Ziel fest, Darwin. Also, die ganze Ostküste Australiens hoch bis Cape York, dann weiter bis Darwin. Hier startete im Juli 2007 die Rally die uns 3 Monate schönes Indonesien bescherte. Endstation Singapore oder Malaysia. 

Wir entschieden uns für die Sebana-Cove Marina in Malaysia wo wir dann auch den Jahreswechsel 2007-2008 verbrachten. Durch die Malaga-Straße erreichten wir dann mit mehreren Stops Anfang Febr. unser Ziel für das Jahr 2008, Langkawi, um von dort Phuket, Thailand, zu bereisen. 
 
Nach nunmehr 5 Jahren in diesem schönen Revier haben wir auch einen glaubwürdigen Grund, unser Schiff hier zu verkaufen. Als wir in 2007 von Australien kommend in Malaysia ankamen, sagten wir spontan, hier bleiben wir mal mindestens ein weiteres Jahr. 
Nach diesem weiteren Jahr entschieden wir uns, noch ein Jahr hier zu bleiben und, die Piratensituation im Golf von Aden, machte es uns auch das nächste Jahr leichter, wieder zu verlängern.

Nun sind wir 5 Jahre hier und auch wir werden älter, wollen auch in guter Gesundheit den nächsten, vielleicht letzten Lebensabschnitt einläuten. Deshalb unser Entschluß, den STURMVOGEL hier in diesem schönen Revier zu verkaufen. Und, sehr wichtig, wir werden bis zum Verkauf des Schiffes an Bord leben um keinerlei Korrosion und sonstige Mängel aufkommen zu lassen, denn das kann leider bei einem unbewohnten Schiff recht schnell geschehen!

Ausstattung der Stormvogel

Ausstattung & Aufteilung:  

Achterkabine: 2 Kojen, Bugkabine: 2 Kojen, Salon: 2 Kojen möglich. 
Großes Cockpit mit extra breiten Sitzbänken, auch zum Schlafen geeignet ( 2.00 mtr. lang) 
 
WC/Nasszelle:

Marine-WC, großes Waschbecken + Dusche 
  
Pantry:  

3 flammiger Gasherd mit Grill und Ofen, 
2 x 10kg Alu-Gasflaschen, elektro-magnetisches Gasventil für extra Sicherheit. 
große Kühlbox mit 2 unabhängigen Kühlaggregaten, Danfoss 12 V ( 2 und 1 Jahr alt). 
Doppelspüle, Druckwassersystem, eigener Hahn für Trinkwasser über Karbonfilter. 
Seewasserpumpe elektr. oder Handbetrieb. 
Wassermacher PUR 40 E 12 V, 5 ltr./Std.mit neuer Membrane incl. Ersatzteilen. 
kpl. Geschirr für 6 Personen. 
    
Elektrik:

AC 110-220 V Landanschluß mit Transformer (weltweit unabhängig von der Spannung). 
12 V Anlage mit 500 AH Service-und 90 AH Starterbatterie. 
DCC 2000 Batteriecontroller. 
40 Amp. Automatikladegerät, 15 Amp. standby-Lader. 
2 Inverter 12-220V, 150 und 500 W. 
2 elektr. Bilgepumpen mit autom.Sensorschalter. 
200 W Solarpaneelen. 
Windgenerator. 
Honda Generator 1000 W Inverter. 
1 portable Aircon 5000 Btu. 
Eberspächer Warmluft Diesel Heizung. 
    
Navigation:  

1x VHF GME GX 600, 1x VHF ICOM M7 handheld, 
1x SSB-HF- Icom IC 718 mit Pactorcontroller und SWF-Meter. Automatik-Tuner Icom AH 3 an isoliertem Achterstag. 
1x Radar JRC LCD 1000 
4x GPS, Garmin 120XL, Garmin 152H(neu), Garmin handheld 76, Garmin Etrex-mariner. 
1x Autopilot Autohelm 6000 
1x Autopilot Tecnautic 
2x Autopilot Navico Wheelpilot 5000 
1x Windmeßanlage Standard Horizon WS 150 
1x Logge VDO 
1x kombi Logge-Tiefe-Temp. Navman 3100S 
1x vorrausschauendes Echolot PROBE 
    
Sicherheit:

2x EPIRB  
3x Feuerlöscher, Gaswarngerät, 2x Bilgealarm, Navigationslichter, 3 Farbenlaterne Masttopp, Rettungsinsel für 4 Personen, Rettungsring, Rettungswesten, Signalhorn, 2x EPIRB 
   
Segel:

Doyle-Karibik-Segel, speziell gemacht für die Tropen, verstärkter UV-Schutz, 
Latten-Groß in Stackpack mit Lasyjacks. 
Sturmfock neu 
Arbeitsfock 
Genua 150 % 
Genua 120% 
Blister mit Strumpf 
Genua Rollsystem von Furlex. 
7 Winschen, davon 2 elektrisch. 
Rigg erneuert in 2006. 
Mastsprossen bis zum Topp. 
    
Planen & Persenninge:

Bimini-Top mit Seitenteilen, Feste Winschutzscheibe mit Fenster zum öffnen, Sprayhood. 
Insgesamt stehen 6 Persennige für jeden Zweck zur Verfügung, Regen, Sonne, Große, Kleine oder eine Ganzabdeckung, siehe Bild. 
 
Ankergeschirr:

Ankerkette, 65 mtr. 10 mm tested, 1 orig.Bügelanker 25 kg, 1 orig.Bügelanker 19 kg., ein Klappanker 8 kg. 
50 mtr. Ankergurtband auf Rolle am Heck. 
elektr. Ankerwinde Lofrans Tiger 1000W mit wireless remote control für auf und ab (bestes Teil am Schiff!!) 
Badeleiter, Stereo Anlage mit CD-Player, Fender, Festmacher, Gangway, Heckdusche, Heizung, Klimaanlage portabel

Unterwasseranstrich:

neu 
 
Sonstiges:

1 Carribe Beiboot mit festem Boden, 9 ft. lang, 
1 Außenborder Mercury 3.3 Ps (fast neu) 
1 Außenborder Mercury 15 Ps 
1 Honda Generator 1000W Inverter, 
viele Ersatzteile für Motor, Elektrik etc. 
1000 Kleinteile und alles erforderliche Werkzeug und Meßgeräte für fast alle Arbeiten.
 

Preis inklusive der umfangreichen Ausstattung: Hallberg Rassy 38  EUR 88.000. Bei Kauf werden die Reisekosten rückerstattet.

Kontaktadresse: E-Mail: hr38forsale@gmail.com

 

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